December 29th, 2008

Hallo hallo,

vielen Dank! Wer auch immer der/die Unbekannte ist, der/die mich aus welchem Grund auch immer mit den Beiden Buechern “Die Kunst der Taeuschung” und “Die Kunst des Einbruchs” von Kevin Mitnick und William Simon bedacht hat: Danke! Das Paket kam via Amazon an meine Packstation Kundennummer (die ausser mir nicht wirklich viele Leute kennen) - ohne Grusswort und Herkunftsnachweis. Die Artikel standen auch auf keiner Wunschliste (auch wenn ich sie immer mal lesen wollte). Wenn der/die-jenige sich bei mir melden wuerde, waere ich ueberaus dankbar (bin ich aber jetzt schon).

Gruss vom etwas durcheinandergewuerfelten Sternensucher

Ein frohes Weihnachtsfest

December 25th, 2008

Ich wuensche euch ein frohes Weihnachtsfest und schoene - hoffentlich erholsame - Feiertage

Kerzen

Kraeftig schiessen bitte

December 20th, 2008

Hiho,

es ist Weihnachtszeit und die Geschaefte Raeumen die Regale - oder sollte ich sagen “… und die Menschen raeumen die Regale in den Geschaeften”? Beides ist der Fall. Im Weihnachtsgeschaeft kann man zumidnest den ein oder anderen Schnapper machen. So auch ich gestern. Ich suche seit laengerem einen mobilen Ersatz fuer die Canon EOS 350D. Ich mag die Kamera und benutze sie auch noch regelmaessig, allerdings haette ich gerne etwas kleines fuer die Jackentasche, was ich eben immer dabei haben kann.

Die Kamera sollte…

  1. … klein genug sein fuer die Jackentasche
  2. … mit 2 oder weniger Mignon-Zellen auskommen
  3. … mit CF oder SD-Karten arbeiten
  4. … manuelle Einstellung von
    1. ISO-Wert
    2. Blende
    3. Belichtungszeit
    4. Focus
  5. … einen optischen Bildstabilisator haben
  6. … RAW-Format-Aufnahmen machen koennen
  7. … neu nicht mehr als 130 Euro kosten

die Pixelzahl war mir relativ egal, ich haette alles genommen, was mehr als 2 Millionen davon gehabt haette. Wie der Zufall so will sind mir in den letzten 3 Tagen Dinge passiert, die mir diese Kamera genau in die Arme gespielt haben:

  1. Wartezeit in der Duisburger Innenstadt noetigt mich zum zeitvertreiblichen Geschaeftebummel
  2. Weihnachtszeit reduziert Preise fuer Digitalkameras die nicht mehr ganz so frisch sind
  3. Ich erinnere mich an CHDK, das Canon Hack Development Toolkit

Canon PowerShot Kameras habe ich immer favorisiert. Sie waren einfach zu bedienen und die meisten Modelle der A-Serie erfuellten schon fast von Anfang an die Punkte 3 und 4(1-4). Sie waren leider immer etwas klobig und schwer. Seit einiger Zeit verfolgt Canon allerdings mit diesen Kameras einen etwas anderen Kurs. Die Manuellen Funktionen verschwinden, die Modelle werden kleiner und kleiner, die Sensoren auch. Die BIldqualitaet leidet zum Glueck meist nur wenig - viel leidet jedoch der Amateurfotoschist, der gerne hier und da mal die Bilddaten an seine Vorstellugnen anpasst. Tiefenschaerfe, Bewegungsunschaerfen, selektierbare Messpunkte fuer Fokus und Ausleuchtungsmessungen sind essentielle Werkzeuge fuer kreative Fotos. Viel zu schade ist es, dass man dabei tief in die Tasche greifen muss: sowohl finanziell als auch beim hervorholen der schweren Kamera (und der passenden Objektive).

Um so mehr habe ich mich gefreut, als mir eines der letzten Modelle der alten Garde in die Arme lief und nicht viel mehr als 100 Euro kosten sollte: Die ‘Canon PowerShot A590IS‘. Von Hause aus erfuellt diese Kamera alle Punkte bis auf den 6. Punkt, der in keiner Kamera der PowerShot A-Serie zu finden ist.Ich ueberlegte und lief einige Minuten in dem Geschaeft umher und machte mir Gedanken, dann nahm ich die Kamera schlussendlich doch mit. Mittels CHDK, dessen Funktionsumfang ich euch echt zu lesen ans Herz lege, wenn ihr eine auf dem DIG!C II oder III Bildprozessor basierende Kamera der PowerShot Serie besitzt, erweiterte ich die Funktionalitaet aus Punkt 4 auf uebersinnliche Werte und um die RAW-Aufnahmen aus Punkt 6, auf die ich noch Wert legte. Ein Testbild mit der Kamera im Zug nach Hause (bei 140km/h und schaukelndem Obergeschoss) hat mich dann ueberzeugt:

Abgebildete BildbereicheBild einer Notebooktastatur - ISO80, F2.6, 1/8s freihand - Link zum Vollbild
dem Bildstabilisator sei gedankt

Hier nun die 3 selektierten Bildausschnitte in 1:1:

Schaerfepunkt und farbliche StaerkeSchaerfepunkt - CAs deutlich sichtbar, aber ertraeglich. Farbe sehr schoen. Details!

Tiefenschaerfe und UebergangSchaerfeuebergang sehr eng dank Offenblende 1:2.6

UnschaerfeSchoene unschaerfe, nicht verwischt, nicht korrigiert

Ich bin ueberzeugt von der Kamera, innerhalb von Sekunden. Das ist selten. Ich freue mich einen neuen treuen Reisebegleiter gefunden zu haben der mir hoffentlich hilft, auch hier mehr zu illustrieren :).

Machts gut,
der Sternensucher

Stille Nacht….

December 16th, 2008

Guten Abend,

jaja, es ist wieder soweit, auch ich kann es nicht mehr leugnen: Die Weihnachtszeit ist da und zu aller lieben Menschen Freude moechte Jamendo beitragen. Mit einer Winter-Compilation aus alten Klassikern lassen sie vertraute Toene in den Haushalten erklingen, nicht ohne eine gewisse Kaufhausatmosphaere, die wir aber mal vergessen wollen.

Mit einem Schmunzeln und den besten Wuenschen fuer die kommenden Wochen gibt es diese Compilation auch bei mir zu hoeren:


Alles Gute wuenscht
der Sternensucher

Nerds in Love

December 10th, 2008

Hiho…

Ich habe mich nun schlussendlich entschieden, mein altes Handy an in die Sammlung der sich selbst ueberlassenen Elektrogeraete weiterzureichen und ein neues mobiles Endgeraet erworben. Die Technik ist weitergerast… und ich habe einige Trends verpasst wie mir scheint. So auch den “Quick Response Code” … einen 2D-Code zur visuellen maschinenlesbaren Repraesentation von Daten. Sowas lieben wir oder? Die Schnittstelle zwischen der virtuellen und der Realen Welt - juchu! und das alles in einem kleinen Handy. Diese Codes naemlich findest man (im Ausland, vorwiegend im asiatischen Raum) ueberall. Auf Bussen, Saftpackungen, Internetseiten, Plakatwaenden. In aller Regel dienen sie der Verknuepfung einer Werbung mit einem interaktiven Inhalt der Werbenden Firma. Oft ist in dem Code ein Link zu der mobilen Internetseite der werbenden Firma kodiert oder aber ein Bonus-Inhalt, wie ein Link zu einem Klingelton-Download - ja vielleicht sogar zu einem Gutschein. Hier ein Beispiel:

Beispiel QR-Code (Quick Response Code)
QR-Code fuer “ABC so it goes…”

Gelesen werden die Codes ueber die eh ohnehin in den meisten Handys enthaltene Kamera und eine Software, die meistens vom Hersteller vorinstalliert ist. An dem oben gezeigten Beispiel ist gut zu erkennen, wie ein QR-Code strukturiert ist. Alle 4 Ecken - bis auf die untere rechte - sind mit einem grossen und gut sichtbaren Marker versehen, der die Ausrichtung des Codes kennzeichnet. Die untere rechte Ecke ist bei groesseren Codes mit einem weiteren kleineren Marker versehen. Umgeben ist der gesamte Code von einer Ruhezohe, die den Code aus Grafiken deutlich hervorheben soll: Einerseits fuer das Auge des Betrachters - schliesslich will man, dass der Code gesehen wird, andererseits auch fuer die Kamera, die die Grenzen des Codes so leichter erkennen kann.

Ganz ehrlich: die vorgesehene Nutzung dieser Codes ist stink-langweilig oder? Vermutlich sind wir uns einig, dass niemand auf noch mehr Werbung angewiesen ist, die man sich auch noch unter Verrenkungen mit dem Telefon vor der Nase selbst ins Haus holen muss. Das verschmelzen von Alltaeglichen Objekten und der digitalen Datenwelt durch das Heraufheben eines unverfaenglichen Gegenstandes in den Status eines Datentraegers: das lieben wir (so lange es sich nicht auf eindeutige Kennungen und Nachverfolgbarkeit bezieht). Viele Firmen benutzen 2D Codes inzwische auf Rechnungen und Briefen zum Routing oder zur Kenntlichmachung fuer Versandstrassen. Sie haben eine hoehere Informationsdichte und sind aufgrund ihrer digitalen Struktur anders als viele 1D-Strichcodes leichter fuer Maschinen zu erkennen und zu lesen.

Was waere also, wenn man es auf die Spitze treibt? Ich hatte einige Ideen, was man tun koennte:

  • QR-Codes mit GPG Keys auf Visitenkarten
  • QR-Codes zur Kodierung von gedruckten Dokumenten zur Kennzeichung von Datum und Herkunft
  • QR-Codes mit Inventardaten auf eigenen Gegenstaenden
  • QR-Codes fuer Keys und Credentials (fuer den WPA Key, den man seinem Besuch zugaenglich machen moechte zum Beispiel)
  • QR-Codes fuer den eigenen Geek-Code auf einem T-Shirt
  • ….

Und dann kam ich auf eine Idee, die mir ebenso bescheuert wie romantisch erschien (und das liegt ja eh nah beisammen, oder?): Liebesgedichte in QR-Codes!

haiku 1
haiku eins

haiku 2
haiku 2

haiku 3
haiku 3

Und nachdem ich hier jetzt 3 (ziemlich miese) Beispiele in Form von Haikus gebracht habe, sollte die Idee irgendwie angekommen sein. Sowas kann man dann verschenken… mit Liebe in ein Lederarmband geritzt oder voller Zuneigung auf den Po tätowiert (just kidding). Dann kann die Holde/der Holde sein Handy zuecken und erkennt sofort alle Anzeichen wahrer Liebe… naja. Auch romantisches Vorlesen der 0en und 1en Reihe fuer Reihe bei Kerzenlicht ist moeglich… So ganz perfekt ist das Bild anscheinend in der Realitaet dennoch nicht, aber man kann ja nochmal drueber nachdenken. Zumindest sieht man in den drei Beispielen direkt auch noch das oben angesprochene vierte Richtungsquadrat.

Ich wiess, ich bin ein hoffnungsloser Fall, bitte seht davon ab mich von solchen Ideen abzubringen, es hat keinen Sinn. Die wirklich schlimmen schreib ich ja schon gar nicht ;).

Es gruesst ein drittes Mal heute:

Der niedergeschlagene Erfinder ‘Sternensucher’

Von 50 Beinen und einem Haufen Spontanitaet

December 10th, 2008

Es ist Mittwoch, der 3.12. und ich sitze in der Schule. Ich habe nichts besseres zu tun als auf das Display meines Notebooks zu starren. Ich chatte ein wenig herum, als ein Fenster mit einer Privat-Nachricht aufgeht: “Hast du Freitag bis Sonntag schon was vor?”. Im Geiste gehe ich alle eventuellen Termine durch und komme zu einem klaren “nein”.  Die Firmenweihnachtsfeier und ein Haufen unerledigter Kram - unter anderem die Waesche von 3 Wochen - liegen an. Einige Gefallen bei einem Freund sind noch versprochen… “Warum?” frage ich dennoch. “Da kannst du mit runter nach Oradea. Wir waeren Sonntag Abend wieder zu Hause und da muss noch jemand Auto fahren.”, lautet die ungefaehre Antwort - und es schwingt mit, dass mein “Nein” nicht “Nein”-genug ist. Der Freund, der sich dort meldet ist Tierschuetzer und begleitet nicht selten private Transporte von Haustieren zur Vermittlung in Deutschland. Ich ueberlege nocheinmal wie wichtig meine Termine am Wochenende sind und werfe einen Blick auf Google Maps. Oradea - eine kleine “Industriestadt” an der Grenze zwischen Rumaenien und Ungarn - ist eine Tour von etwa 1700km. Der Rueckweg sind weitere 1900km, rechnet man die Strecke auf, die gefahren werden muss um die Tiere zu den (meist ebenfalls privaten) Pflegestationen in Deutschland zu transportieren. Ich zweifele daran, dass man diese Strecke ueberhaupt in einer Zeit von 60 Stunden fahren kann - vorausgesetzt man verfuegt ueber einen ausgeschlafenen Fahrer. Doch jener Freund versichert mir, dass es nicht das erste Mal waere - ich solle mir das nocheinmal uberlegen. Trotz allem gehen wir nocheinmal saemtliche Alternativen durch - Freunde und Bekannte, deren Wochenende noch keine Planung vorsieht und die bereit waeren, relativ spontan eine groessere Fahrt anzutreten. Die Suche bleibt erfolglos.

Im Endeffekt ueberwiegen bei mir die Neugier auf Neues, mein dringendes Beduerfnis einmal raus zu kommen und der blanke Wahnsinn ueber die Termine die anliegen: Die Weihnachtsfeier und den Waescheberg. Auch moechte ich niemanden haengen lassen, wo doch wirklich nichts anliegt, von dem die Welt abhaengt. Ich sage zu - und bei der Weihnachtsfeier ab. “14 Uhr geht es los”, sagt er noch - und leider kollidiert das mit meiner Schulzeit, die zwar genau um 14 Uhr endet, leider jedoch am falschen Ort.  “Das bekommen wir schon hin.” sind die Worte, mit denen wir uns dann am Donnerstag Abend trennen als ich meine Tasche mit ein paar “Road-Gadgets” wie GPS und dicken Socken spicke und meinen Notebookakku nocheinmal durchlade.

Der Freitag verlaeuft mit viel Hibbeligkeit. Ich bin aufgeregt, nicht wirklich wissend oder ahnend was mich erwartet. Ich hocke in der Schule und warte ab. Solche Aktionen sind Gift fuer mein Gewohnheitsbild. Ich bin ein Mensch der strikten Planung: Wenn nicht mindestens geklaert ist, wann, wo und wie, dann habe ich keine Ruhe. Eine Schocktherapie also fuer meinen Lebensstil und ein bisschen Freiheit. Kurz vor Ende der 4. Stunde erreicht mich eine frohe Botschaft: Die Abfahrt verzoegert sich um einige Zeit - Warum? Das bleibt im Dunkeln. Mit etwas mehr Ruhe trete ich also ersteinmal den Heimweg an, dusche, lade noch einige weitere Akkus und warte ab. Knapp halb 8 wird es, bevor der Vater des Freundes mit einem praeparierten Wagen auftaucht - ein Vito mit leicht modifiziertem Sitzausbau und voll mit praktischen Utensilien und Lebensmitteln - fuer die Pflegestation in Oradea, unser Ziel. Die Verspaetung kommt aus einer Fehlplanung der Autovermietung, die gleich 2 falsche Wagen zur Verfuegung stellten. “Das faengt ja gut an” denke ich und frage ihn nocheinmal, ob wir tatsaechlich am Sonntag Abend noch wieder zu Hause sein koennen, was er mir - grinsend - bestaetigt.  Es ist nicht das erste Mal, dass er mit meiner planerischen Unsicherheit konfrontiert ist, vermute ich ;).

Ich schlafe relativ schnell auf der Rueckbank ein, verpasse erst die Strecke von unserem Wohnort bis Aschaffenburg, dann die Strecke von dort bis zur Grenze zwischen Oestereich und Ungarn. In Oesterreich haben wir ein bisschen mit dem Wetter zu kaempfen. Glatte Strassen und eisig kalter Nieselregen erschweren es, den Zeitplan einzuhalten. Ich schlafe - ungeachtet dessen und meiner Liegeposition - immer wieder ein.

Es ist frueh am Morgen - etwa 8 Uhr CET - und unser Zwischenziel ist eine Autovermietung in Györ, unweit der Grenze zwischen Ungarn und Oesterreich. Alles was wir wissen ist, dass sie nahe am Bahnhof liegt, was uns die Suche nur bedingt erleichtert. Selbst diese Information erreichte uns erst unterwegs auf dem Handy. Bei der Autovermietung soll ein zweiter Wagen gemietet werden, der von einem weiteren Tierschuetzer zuruek nach Deutschland gefahren wird. Die Strecke von Györ nach Oradea ist der Grund, warum ich an der Fahrt teilnehme, da wir sie mit 2 Wagen fahren muessen - und wir wissen alle, wie schwer ein Fahrer es haette, mit 2 Autos gleichzeitig zu fahren.

Einheimische koennen uns schliesslich den Namen der Strasse mitteilen, auch wenn sie uns an das vollkommen falsche Ende von Györ schicken. Mithilfe des mobilen Internets und relativ ungenauen Karten schaffen wir es jedoch schliesslich, die Strasse und dann auch die Autovermietung zu finden. Waehrend mein Freund in den Karten blaettert faellt uns wieder einmal auf, dass es kein gutes Kartenmaterial von Ungarn und fast gar kein Kartenmaterial von Rumaenien bei Diensten wie “Google Maps” und Konsorten gibt. In der Autovermietung ueberreicht man uns dann schliesslich die Schluessel zu einem weiteren Kleintransporter, so dass wir gegen 10 Uhr CET aufbrechen.  Der Vater des Freundes moechte gerne noch ein kleines Tierheim in Györ besuchen und faehrt vor - ich habe etwas Muehe zu folgen. Ich bin kein besondes guter Autofahrer und viel zu unruhig um Kolonnen zu fahren - auch wenn es sich nur um 2 Autos handelt. Der Weg zu dem Tierheim fuehrt durch diverse Vororte, ueber oeffentliche Strassen, die in meiner Herkunftsregion so vermutlich nicht zu finden waeren.  Wir erreichen das Tierheim - doch finden dort weder die Leiterin, noch irgendwelche Tiere vor. Sichtlich verwundert treten wir den Rueckweg Richtung Autobahn an und koennen die Stadt mit Richtung Osten verlassen. Die Schilder fuehren nach Budapest und ich verliere - wie immer beim Autofahren - jegliches Zeitgespuer.

Wer mich im letzten Jahr ueber die Ortsnamen in Ruhrgebiet hat fluchen hoeren weiss, dass ich den Stadtmuettern und -vaetern der Region jegliches Gespuer fuer Aesthetik abspreche. Die Ortsnamen, die uns unterwegs begegnen uebertreffen jedoch “Wanne-Eickel” und “Castrop-Rauxel” um Laengen und lesen sich eher wie “Katze auf Tastatur eingeschlafen”. Ich hoffe, dass diese fuer Menschen, die der ungarischen Sprache maechtig sind mehr Sinn ergeben als fuer mich der Name “Winnekendonk”.

Ungarische Ortsnamen

Aus Experimentierfreude moechte der Vater des Freundes die Strecke nocheinmal ausprobieren, die mitten durch die Budapester Stadt fuehrt. Meine Bedenken und Erwartungen im Hinblick auf den Stadtverkehr und meine Faehigkeiten zum Kolonne-fahren werden von den Budapester Autofahrern beiweitem uebertroffen. Nach etwa einer Stunde Budapester Stadtverkehr und nachdem wir beschlossen haben, dass die Beschilderung zu den Autobahnen aus der Stadt nicht wirklich eindeutig ist, fuehrt uns dann doch ein Schild zurueck auf die Autobahn. Von hier aus sind es noch einmal etwa 230km bis Oradea. Es ist frueher Mittag und ich fuehle mich fit genug, den Rest der Strecke in einem Stueck durch zu fahren.  Das Wetter ist wechselhaft. Bis etwa 80km hinter Budapest haben wir sonniges und schoenes Wetter, was die Trostlosigkeit der Haeuser und Staedte ein Stueck weit relativiert. Die Stimmung der Landschaft hingegen ist traumhaft. Taeler im Nebel und eine winterliche Mischung aus entlaubten Waeldern, Huegellanschaften und Feldern lassen mich die Fahrt geniessen. Keine 50km weiter jedoch beginnt es zu regnen und wir fahren in die Wolkenwand, die wir aus der Ferne schon sehen konnten - puenktlich zum verlassen der Autobahn. Es wirkt wie programmiert: Die Ortschaften sind trostlos. Der Regen untermalt die vorbeiziehenden Haeuserreihen mit einer grauen und emotionalen Leere. Es sind kaum Menschen auf den Strassen und ich habe das Gefuehl, dass selbige immer schlechter werden, je weiter wir nach Osten kommen.

Die Grenze zu Rumaenien ist leicht genommen.  Ungarischerseits gibt es keine Ausreisekontrollen und bei der Einreise nach Rumaenien gibt man sich einsilbig - in Deutsch: “Die Papiere …. dankeschoen.”. Wie durch ein Tor stehen wir in einer noch gewaltigeren Trostlosigkeit. Ich mache keine Bilder aus dem Auto, wer aber die Ausstrahlung, rostiger alter Schwerindustrieanlagen kennt, weiss, wie sich Oradea dem Besucher praesentiert. Quer durch die Stadt laufen Pipelines, deren Ummantelung hervorquillt und braun triefend den Regen in sich aufsaugt. Als wir ein Fenster im Auto aufmachen, dringt ein Geruch zwischen Kloake und Wunderbaum ins Fahrzeug. Als vor uns ein braun qualmener Schlot auftaucht, wissen wir auch warum. Die Pfuetzen sind voll und schlagen beim durchfahren tief in die Federung.  Die Autos produzieren meterhohe Fontaenen und jeder Fussgaenger bliebe besser zuhause, als sich in diese Bruehe zu begeben.

Fabrikschlot bei Oradea (.ro)
Tierstation im ‘Dunstkreis’ einer uebelriechenden Fabrik

Fabrikgebaeude bei Oradea (.ro)
Einsames Fabrikgebaeude bei Oradea (.ro)

Auch die Station zu der wir wollen liegt - umringt von grossen Wiesen - in Sichtweite der Industrie. Direkt nebenan befindet sich eine alte und verlassene Industrieanlage mit grossen Silo-Speichern. So verlassen das Werk aussieht, so sehr versichert man uns, es wuerde dort noch gearbeitet.  Obwohl ich jemand bin, den alte Industrieanlagen anziehen, wie Licht die Motten, verzichten wir auf eine weitere Begutachtung des Gelaendes. Die Gruende: Der Zeitplan, das Schuhwerk und mangelndes Vertrauen in die Bausubstanz. Der Weg zur Station ist schon gut bewacht. Mindestens 7-8 Hunde stehen Spalier und rennen mehrere hundert Meter neben dem Auto her, weitere 20 stehen vor, unzaehlige in der Station.

Notstation fuer Hunde bei OradeaNotstation fuer Hunde bei Oradea (.ro)

Als wir an der Tierstation ankommen, ist es etwa 15:30 CET und wir liegen noch gut in der Zeit. Die Hoffnungen, puenktlich wieder aufbrechen zu koennen sind gross, allerdings nicht sehr lange. Beim Umsetzen auf der nassen Wiese vor der Tierstation versenke ich die Vorderraeder des Vitos ersteinmal in einem Schlammloch. Zum Glueck handelt es sich um einen Hecktriebler. Als ob das nicht das einzige Problem bleiben duerfe, tauchen auch nacheinander noch Komplikationen mit den Tieren auf. 2 Kleintransporter waren vorgesehen fuer etwa 12 Tiere, nun sind es 29 - und auch die Rueckroute hat sich geaendert. Immer wieder ringen sich waehrend des Verladens mehrere Hunde um uns und versuchen mit uns zu spielen. Sie stossen ob des Wetters und der Kondition des Rasens leider auf wenig Begeisterung. Die Stimmung ist gedrueckt und die Diskussion beim Einladen der Transport-Boxen fuer die Hunde verlaeuft auf Rumaenisch, Englisch und Deutsch, mit Haenden und Fuessen. Die Hunde der Station hoeren nicht auf zu bellen, waehrend die Hunde, die wir in unser Auto laden schwanzwedelnd und still in ihren Boxen liegen. Nur die Katze schaut misstrauisch.  Waehrend des Beladens kommt ganz beilaeufig das kleine Tierheim in Györ ins Gespraech, in dem wir niemanden angetroffen haben. Wir erfahren, dass die Betreiberin verstorben ist und die Tiere spontan - groesstenteils nach Deutschland - vermittelt wurden. Nach dem alle Unklarheiten beseitigt sind und die Papiere fuer die Tiere endlich zugeordnet werden konnten, haben wir 10 Hunde und eine Katze im Auto und obwohl das viel mehr ist, als eigentlich vorgesehen, haben alle noch Platz zum liegen, stehen und umdrehen. Man sagt mir, das sei - neben Wasser und einer angenehmen Temperatur - ein Garant fuer eine ruhige Fahrt. Als wir wieder aufbrechen koennen ist es allerdings ca 20:30 und damit viel spaeter als wir gehofft hatten. Unser Verlangen, laenger in dieser Gegend zu bleiben als noetig haelt sich in Grenzen, so gerne man all diese Tiere mitnehmen moechte, die einen teils traurig, teils bittend, anschauen. Zumindest ist es das, was ich in die Blicke der Tiere hineininterpretieren kann. Leider ist das Auto voll.

Begossen, aber kein PudelNasser und sehr zutraulicher Hund

Wir fahren noch am selben Abend wieder los. Den Wagen, den wir in Györ abgeholt haben, lassen wir fuer den anderen Fahrer zurueck. Es geht noch nicht Richtung Heimat, zumindest aber zu einem kleinen Hotel auf der ungarischen Seite der Grenze. Da jedes einzelne der Tiere korrekte Papiere besitzt, erwarten wir keine Probleme. Dennoch werden wir auf einen Kontrollparkplarz gewinkt und mehrere Grenzbeamte kontrollieren uns vor unserer Einreise. Wie schon auf dem Hinweg gibt es keine Ausreise-Kontrollen. Die Grenzbeamten haben nichts zu beanstanden und winken uns weiter. Ohnehin waren sie nach eigenen Angaben  auf der Suche nach “Zigaretten, Geld und Drogen” und an unseren Vierbeinern nicht sonderlich interessiert. Am Hotel angekommen ist es Zeit zu schlafen - bis halb 2. Wir haben keine Zeit zu verlieren und bis nach Hause noch ca 1800 Autokilometer vor uns.

Ich werde wach als man mich anstubst und pfluecke mir das Ohropax aus den Ohren. Es ist fuenf vor zwei - trotzdem fuehle ich mich halbwegs ausgeschlafen. Als ich zum Auto komme sind die Hunde so still wie am Tag zuvor und versorgt. Die Katze maunzt etwas ungehalten vor sich hin, dennoch kann uns nichts davon abhalten, den Heimweg fortzusetzen, der uns diesmal nicht durch Budapest fuehren soll. Die Strassen sind fast leer und ich lasse mir bestaetigen, dass die ungarischen Autobahnen selbst zu Stosszeiten nicht annaehernd so voll sind, wie die A57 nachts zwischen Emmerich und Wesel. Bis auf einige Fernfahrer begegnet uns kaum jemand.

Der Weg durch Ungarn geht deutlich schneller als auf dem Hinweg - zumindest fuehlt es sich so an. Ich doese noch die ein oder andere Stunde vor mich hin und kraule die Katze, die neben mir in einer Transportbox auf einer Hundebox steht.  Sie maunzt ab und and etwas beunruhigt. Die Hunde sind jedoch ruhig und auch die Einreise nach Oesterreich gestaltet sich unkompliziert. In Oesterreich selbst jedoch beginnt es erst zu regnen, dann zu schneien, dann wieder zu regnen. Die Strassen bleiben allerdings befahrbar und so kommen wir trotzdem schnell voran.

Katze klug, Katze schlaeftKatze klug, Katze schlaeft.

Nach einem Fruehstueck in Oesterreich und einem Grenzgang nach Deutschland fahren wir weiter durch den Regen.  Witzigerweise ist deutlich zu merken, dass wir in Deutschland sind: Die Zahl der unumsichtigen Autofahrer nimmt wieder gewohnte Masze an. Zwischen Passau und Regensburg faellt Wasser aus dem Himmel, als gaeb es einen Jahrelangen Wassermangel aufzuholen. Der Zeitplan jedoch draengt, der Regen gefaellt also gar nicht. Als wir gegen 10 Uhr Regensburg erreichen meldet sich das Tierheim, welches wir zuerst anfahren. Es liegt noch 300km voraus und wie auch bei der Autovermietung in Györ kommen die Details zu unserem Zwischenziel erst nach und nach ans Licht. Wir rechnen damit, gegen 13 Uhr bei dem Tierheim zu sein, welches uns mitteilen laesst, es sei erst ab 16 Uhr jemand zu erreichen. Angesichts der knapp 800km, die es nacher noch zu fahren gibt, erweckt der lapidare Kommentar “Lassen Sie sich also Zeit” Unmut und Aerger. Die Ursache: Eine Zeitzusage, die so nicht haette gemacht werden duerfen, veranlasste die Verantwortlichen zu einer etwas anderen Zeitplanung als unserer. In diesem Tierheim sollen 5 Hunde und meine Sitznachbarin - die Katze - ersteinmal unterkommen, bis sich fuer sie ein neues Zuhause findet.

Als wird das Tierheim dann gegen 14 Uhr endlich finden, ist noch niemand da, was sich aber schnell genug aendert um die Stimmung zu reparieren. Die Entsprechenden Tiere werden aus dem Auto geholt und die verbleibenden 5 etwas erledigt schauenden Vierbeiner werden etwas geraeumiger umgebettet.  Ich verabschiede mich nocheinmal von der Katze, die die letzte Stunde vorwiegend unbeeindruckt geschlafen hat. Auch der grosse Hund, der hinter meinem Ruecken die Fahrt verbracht hatte und sich ein wenig als Rudel-Leitwolf versucht hat verlaesst uns. Ab dem Tierheim uebernehme ich nocheinmal das Steuer und wir fahren ueber die A14 und die A2 Richtung Heimat. Mit Einbruch der Dunkelheit endet auch die kurze Schwaechephase und ich bin nun endgueltig davon ueberzeugt, dass ich durch und durch ein Nachtmensch bin.  Die A2 ist relativ voll, aber der Verkehr laeuft. Mein Glueck jedoch, dass erst kurz nach dem Steuerwechsel ein Stau vor uns auftaucht. Es ist 18 Uhr und wir haben noch Hoffnungen, die letzten 220 Kilometer vor 21 Uhr zuruecklegen zu koennen. Der Stau laesst uns jedoch mit jeder Minute skeptischer werden.

Wenn der Freund und ich schon laengst wieder zu Hause sind, machen die 5 Tiere noch eine weitere Tour in eine nahe gelegene Stadt, wo sie zur voruebergehenden Pflege und Weitervermittlung bleiben. Sicherlich deutlich laenger werden die Bilder in Erinnerung bleiben, von den grauen Schoenheiten von Oradea, die im Regennassen Schlamm liegen und noch immer mit dem Schwanz wedeln, wenn sich jemand zu ihnen herunterbeugt. Ein kurzes Wochenende, an dem wieder 29 dieser geheimnisvollen Wesen mit Vorgeschichte in eine andere Welt gebracht wurden - in der es waermer ist, aber in der manchmal die freundlichen Leute fehlen, die sich zu ihnen herunterbeugen.

Gerade jetzt zu Weihnachten moechte ich nocheinmal verdeutlichen, dass wer Tiere schenkt auch Verantwortung schenkt und traegt. Die Tiere die schon in Not sind sind das Eine, die Tiere die jedes Jahr erneut (Dummheit stirbt nie aus?) An Autobahn-Raststaetten aufgefunden werden - manchmal zu frueh, manchmal zu spaet - sind das Andere.

In diesem Sinne: Macht es gut, und wuschelt eure 4-Beiner mal lieb von mir.

Der neue Individualismus

December 10th, 2008

Guten Morgen!

Als ich heute am Bahnhof auf meinen Zug wartete, schaute ich wie so oft gelangweilt ueber das Sortiment der Spiral-Automaten am Gleis. Mein Blick fiel dabei auf die folgende Packung mit “Zwiebel’s” wasauchimmer…

Individualismus NUR mit Zwiebelringen

Aha? Ein Muss fuer Individualismen also? Nach einigen Gruebeln wusste ich, wieso: Wer Zwiebelringe isst, hat viel Platz - also auch viel Freiraum fuer seinen Individualismus. Aber bitte, liebe Werbegestalter, lieber Zwiebel: Zwei mal nachdenken nach einer Idee fuer einen Werbespruch schadet auch nicht.

Gruss,

der Sternensucher.

‘Die Rechte Elite’ oder ‘Erstklassig daneben’

December 1st, 2008

Hallo.

Ich moechte eigentlich gar nicht lange um den heissen Brei herumreden und mich rechtfertigen. Die Gruende, warum ich noch immer eine Monatskarte erster Klasse fuer das Ruhegebiet habe, habe ich frueher schonmal dargelegt. Heute allerdings habe ich wieder einmal einige Erfahrungen gemacht, fuer die ich kein Quaentchen Verstaendnis oder auch nur den Funken eines Impulses verspuere, sie fuer mich zu behalten.
Die Szene: Ein Regionalzug im Ruhrgebiet (RE3, Rhein-Emscher-Express) zwischen 11 und 12 Uhr am Vormittag. Ich steige in Duisburg ein und setze mich ein Abteil der ersten Klasse (der Zug hat sowas noch, man sieht es spaeter auf einem der Bilder). Es ist warm, die Luft ist schlecht, mit mir im Abteil sitzen 2 aeltere Herren - vermutlich zwischen 70 und 80, die mich skeptisch mustern und mein freundliches “Guten Tag” nicht erwidern. Man will ja mal hoeflich sein und der Generation n-2 die Angst vor jungen Leuten nehmen - aber das scheint nicht zu klappen. Der Zug faehrt ab, als mein Notebook gerade zuende gebootet hat und ein Mann kommt mit seiner Frau (die ein Kopftuch traegt) etwas unsicher den Gang entlang. Dabei unterhalten sie sich auf einer Sprache die ich nicht verstehe, aber die fuer mich nach Tuerkisch klingt und der Tonlage und Stimmung zu urteilen ueberlegen sie, wo sie sich hinsetzen.
Ich sehe die beiden ein Stueck weiter auch in ein Abteil gehen, in dem 2 alte Frauen sitzen, von denen die eine lautstark mit dem Handy telefoniert (siehe unten, die Frau betreibt eine himmelstinkende Selbstbeweihraeucherung verbaler und kosmetischer Natur. Nicht nur, dass ihr fuerchterliches Parfuem maszgeblich fuer die schlechte Luft im Zug verantwortlich ist, nein. Sie verkuendet auch noch durchs Telefon immer wieder wie modern sie doch sei und wie Fortschrittlich und was sie nicht alles fuer andere tun wuerde). Die beiden Sitzplatz-Suchenden haben gerade ihr Gepaeck auf den Ueberkopf-Ablagen untergebracht als die Telefonistin ihr Telefonat unterbricht: “… momentchen Gisela.”, dann wendet sie sich den beiden Reisenden zu: “Das ist hier aber die erste Klasse”, sagt sie, als haette man ihr gerade die Dauerwelle gebuegelt und wiederholt nocheinmal - vermutlich denkt sie, man habe sie nicht verstanden: “Er-ste Klas-se, hm? Verstehen?”. Die Situation erhaelt ab sofort meine geballte aufmerksamkeit. Vorurteile und dieses Vom-Himmel-hoch-herab gehen mir wider den Strich. Der Mann sagt: “Aha?” und wendet sich seiner Frau zu: “Sollen wir hier sitzen bleiben?”. Die Frau zuckt mit den Schultern. “Guter Mann”, sagt die Telefonistin weiterhin mit einer lauten, durchdringenden und arroganten Stimme, “ich bin kein Schaffner, aber wenn der sie hier sieht, dann kostet das, das sag ich ihnen aber mal.”. Der Mann ruehrt sich nicht und schaut zu der telefonierenden Frau herab, die noch hinzufuegt: “Da koennen sie mich ruhig anschauen, mit ihrer Fahrkarte koennen sie hier nicht sitzen.”
Meine Kragen sind ueppig geschnitten, dennoch war selbiger kurz vor dem bersten. Der Mann und die Frau kramen ihr Gepaeck zusammen und verlassen das Abteil. Sie versuchen es eins weiter, quasi ein Abteil von meinem entfernt, nocheinmal. Wieder verstauen sie ihr Gepaeck in der Ueberkopfablage, wieder unterbricht die Telefonistin nebenan ihr Telefonat und steht auf. Sie dreht sich um und spricht quasi ueber die Rueckenlehne weiter mit den beiden: “Das ist auch erste Klasse. Sie koennen hier nicht sitzen. Und jetzt lassen Sie mich in Ruhe telefonieren.”. Der Mann wird deutlich sichtbar rot, seine Frau legt ihm die Hand auf die Schulter und holt das Gepaeck wieder aus der Ablage. Eine Frau die in dem Abteil sitzt in dem die beiden gerade sind sagt etwas leiser: “Nehmen Sie es nicht persoenlich, aber das hier ist fuer Leute die mehr bezahlen koennen.”. Sie tut ganz gut daran, verlegen wegzuschauen - zumindest sieht sie so nicht, wie rot der Mann inzwischen geworden ist.

Inzwischen sind wir fast in Oberhausen und die beiden Platzsuchenden steigen wieder aus. Als sie bei mit vorbei kommen fragt die Frau den Mann in fast akzentfreiem Deutsch: “Was bedeutet denn jetzt erste Klasse?” und ihr Mann antwortet: “Das scheint was fuer Leute zu sein, die sich vor allem wichtig vorkommen.”. Als sie weitergehen sprechen sie weiter in ihrer Sprache. Ich kann mir ein breites Grinsen nicht verkneifen und auch die beiden Herren, die mir gegenuebersitzen sind der Situation gefolgt und nicht besonders begeistert von dem Verhalten ihrer Generationskolleginnen.

Die Rechte Elite heutzutage

… und dann habe ich 40 Briefe versendet und auf dem Treffen waren dann alle da. Du haettest die Hunde sehen sollen… ohne mich waer da NICHTS los gewesen, das kannst du mir glauben Gisela

Um in der Situation selbst etwas zu sagen war ich etwas zu baff und im Nachhinein tut es mir leid, denn ich haette zu gerne diesen Eindruck vom Bahn-Publikum korregiert. Als ich dann aber da so sass dachte ich “Das kann aber doch eigentlich nicht sein” und musste einfach irgendwas machen. Mich wurmte die Frage, was diese Frau wohl zu dem Verhalten animiert hat. Das Kopftuch? Die Fremdsprache? Aussehen, Kleidung? Die leichte Unsicherheit? Wer mit so einer Ueberzeugung Leute aus dem Abteil jagt ohne einen wirklichen Grund dafuer zu haben, der muss sich recht sicher sein, dass er im Recht ist. Ich dachte ich lass es mal auf einen Versuch ankommen um zumindest die faschistische Komponente fuer mich auszuschliessen. Eine Frau die einfach Dumm ist haette ich eher ertragen als eine Frau, die vermutete Auslaender in die Wueste schickt. Ich dachte “Sie hat dich hier nicht sitzen sehen und in dem Abteil ist es nicht voller. Du gehst jetzt einfach mal etwas verlegen in das Abteil rein und setzt dich da hin.”.

Am naechsten Bahnhof habe ich dann den Platz gewechselt.

Terrorist? Betrueger?

Wuerden Sie diesen Mann sitzen lassen?

Ich setze mich also auf einen der freien Plaetze. Wie auch in meinem alten Abteil habe ich die ganze Bank fuer mich alleine. Ich sitze mit dem Ruecken zum Tuerraum und habe beide Frauen im Blick. Die Telefonistin rechts und die andere - zum Glueck schweigsamere - Frau links. Als ich sitze und mein Notebook aufklappe mustert mich die Telefonierende Frau misstrauisch und unterbricht wieder ihr Telefonat. Diesmal allerdings wechselt sie nur das Thema, ohne mich direkt anzusprechen: “Du glaubst das nicht Gisela, hier kann anscheinend keiner lesen. Eben setzt sich hier so ein Asylantenpaerchen in mein Abteil und jetzt schon wieder. Dass die alle keine Erziehung haben.”. Ich fuehle mich bestaetigt - die Frau hat anscheinend nicht nur ein echtes Geltungsbeduerfnis sondern ist auch noch Dumm und offensichtlich eine deutliche geistige Behinderung im Hinblick auf Menschenkenntnis. Ich kuemmere mich nicht weiter um sie und lasse sie weitertelefonieren. Immer wieder laesst sie saetze fallen wie “Jetzt muesste hier aber doch langsam mal ein Schaffner kommen” oder “Dass die Leute meinen, 40 Euro seien mal eben so verdient”. Ich warte auf den Schaffner, der den gleichen Fehler begeht und mich zuerst ohne Kontrolle meiner Fahrkarte und unter “Das hast du nun davon”-Blicken der Frau aus dem Abteil verfrachten und kassieren moechte, allerdings sind beide ernuechtert, als der ‘Gameboy’ des Herrn Zugbegleiters meine Fahrkarte genehmigt und ich mich - immernoch grinsend setze.

Ich wuerde mir weniger hohes Ross wuenschen von vielen, noch viel mehr wuerde ich mir wuenschen dass man abwartet bevor man sich seine Vorurteile selbst bestaetigt. Die Bahn gibt ein herrliches Beispiel - jeden Tag - dafuer wie Menschen mit einander umgehen und ich kotz mir jedes mal die Seele aus dem Leib. Leute: Runterkommen, ruhig bleiben.

Danke,

der Sternensucher

Was ist schon ein einzelner Affe…

November 26th, 2008

… in einer Herde von Katzen?

Wenn ich den Tag heute betrachte, dann frage ich mich, warum er ueberhaupt stattgefunden hat. Ich fuehl mich sche***e und es ist, als waeren die letzten Jahre irgendwie ueber Nacht… oder mitten im Satz verpufft. Wie koennen einen 2 Gedanken, die sich scheinbar in der Warteschlange vor meinem Bewusstsein unterhalten und spontan verstanden haben, einen Gedanklich in eine Zeit zurueckversetzen, die - gefuehlt - mehr weh tut als in dem Moment in dem sie eigentlich stattfand? Und verdammt nochmal, wo kommt das ganze Wasser auf einmal her!?

Es scheint so zu sein, dass diejenigen Menschen, die einem mit aller Kraft nicht weh tun wollen es genau durch den Versuch schaffen eben das abzuwenden. Murphy hat dafuer zwar kein Gesetz, aber es kommt dem sehr nahe. Was du sagst ist falsch, so gut du es meinst. Und eigentlich hat ja niemand etwas gesagt, also ergaenzen wir das ganze mal um ein “… oder nicht sagst …” und stellen es in den Raum. Und da wird mir klar, dass diese Phase des Nichts-sagens nunmehr viereinhalb Jahre andauert. Bedauerlich, es kann allerdings noch nichtmal jemand etwas dafuer, aber wahr: Ach das ist doch alles ein grosser Haufen Sche***.

Es scheint als stuende heute, an dem Tag an dem ich eigentlich mit meinem wenigen geliebten Mitmenschen ein wenig zusammensitzen sollte - am besten mit einer Kanne Tee am See und mit einem besonders geliebten Menschen an der Seite - das Motto ueber allem: “Gedanken ueber Dinge, die jetzt nicht mehr gehen”. Torschlusspanik? Reue? Es ist die Melancholie die mich Bedrueckt und mit der ich zurueckblicke, es ist der Rueckblick, der mich wuetend macht auf meine langst vergangene Reaktion, auf meine vor mir selbst ruecksichtslose Vorsicht, Schuechternheit und Angst, die Dinge beim Namen zu nennen. Vielleicht habe ich gedacht “Bevor du jetzt was falsches machst, mach lieber gar nichts, das wirst du schon ueberstehen.”, und stehe jetzt, nachdem fuer alle anderen beteiligten Personen die Dinge laengst geklaert sind vor dem Problem, dass bestimmte Fragen jetzt nicht mehr beantwortet werden koennen/wollen/sollten. Zumindest habe ich das Gefuehl, eine einmalige und ueberlebenswichtige Chance verpasst zu haben, eine Antwort zu erhalten - die Frage ist mir allerdings selbst bis heute nicht halb so klar wie diese Einsicht.

Ich habe selten so sehr wie heute das Gefuehl gehabt, einige Jahre meines Lebens vertan zu haben - Erfahrungen, Gelegenheiten, Katastrophen und Niederlagen eingeschlossen. Waehrend andere lebten, liebten und weiterlebten, mit der Chance das alles als jugendlichen Leichtsinn oder eine verspielte Schwaermerei abzutun sass ich in meinem Kaemmerchen und legte Wert auf andere Dinge - wurde zu dem Menschen, der erst heute merkt, welche Chancen er vertan hat und sich auch sonst viel zu vieler Dinge bewusst wird. Manchmal ist es ein Segen, manchmal ist es ein Fluch.

Meistens ist es ein Fluch. Dabei ist da nichts was offen ist. Alles ist quasi gesagt, ist zumindest vertanden - wenn auch wortlos - und akzeptiert worden. Diese Halde der Gedanken gehoert mit einem Schild versehen: “Schoen anzusehen und unglaublich schoen erlebt zu haben, aber keinesfalls zur Wiederholung empfohlen” - nicht zuhause nachmachen Kinder.

Und dann frage ich mich, was mir mein Leben damit sagen will, wenn der eine Wunsch den ich habe mich davon abhaelt eine Phase in meinem Leben zu geniessen, die schon in ein paar Monaten unwiederbringlich vorbei sein kann. Nichts laesst einem diese Frage so klar werden wie wenn einem die Leute gratulieren, dass man schon wieder ein Jahr aelter ist. Die klare Tatsache, dass es nicht wenige Monate, sondern noch viele schoene Jahre sein koennen, erscheint - aus welchem Grund auch immer - so gering, dass sie es nur in diesen Text, nicht aber in mein emotionales Bewusstsein schafft. Und es koennten so schoene Jahre werden wenn diese Chance es in mein Bewusstsein schaffen wuerde. Na? Merkt ausser mir noch jemand den Teufelskreis, die Zwickmuehle, die besch***ene Sackgasse in der ich mich die letzten viereinhalb Jahre so haeuslich eingerichtet habe? Klasse! Alle habens gemerkt, sogar ich…  nur mein besch***enes Bewusstsein kriegt die Kurve einfach nicht.

Und das ist noch nicht alles. Als waeren Gedanken nicht schon schlimm genug: Einsamkeit ist ein schlechter Ratgeber. Einsamkeit fuehrt zu Einsamkeit fuehrt zu… moment, das hatten wir schon. Gibts in dem Leben hier keinen Rueckwaertsgang? Wo ist die verdammte Bedienungsanleitung mit den Garantiebedingungen. Irgendwas ist da naemlich kaputt. Auf jeden Fall fuehrt Einsamkeit zu Dingen die man besser lassen sollte. Selbstmitleid, Schuld, Verzweiflung… und dann kommt Vernunft… DER Ratgeber ueberhaupt daher und fuehrt mit meinem einsamen Ich einen Dialog:

V: Hallo Einsames Ich.
E: Hallo Vernunft.
V: Du bist vollkommen auf dem falschen Dampfer da mit deiner Situationsbewaeltigung
E: Hoe?
V: Einsam wird man durch Einsamkeit. Das einzige was du da machst ist deinen Selbsterhaltungstrieb stillen, damit dein Gewohnheitsmitleid nicht abhanden kommt.
E: Bitte?!
V: Jo. Schau dich doch mal an.
E: Ja, ich bin wie ich bin.
V: Und fuehlst du dich gut dabei?
E: Bist du dumm? Natuerlich nicht!
V: Na dann… GEH RAUS und triff Menschen.
E: Ich hab keine Lust, ich bin unmotiviert und fuehle mich schwer.
V: Ach nee.
E: Und jetzt? Sprachlos oder was?
V: Nein, ich warte dass du aufstehst… und ich mache dir ein schlechtes Gewissen.
E: Und dann? Willst du mich weichkochen?
V: Nein, ich warte bis du nicht mehr anders kannst.
E: Ich kann dich gar nicht hoeren… lalalalalalaaaa und doof bist du auch.

Und alles was man davon hat ist Einsamkeit und ein schlechtes Gewissen. Ein Gefuehl wie ein rostiger Fiat in einem Neuwagenhandel… “Waer ich doch zumindest mal zum lackieren gegangen… ich koennte immernoch…” und gleichzeitig: “Ach es ist doch eh zu spaet… aber so will mich ja auch keiner.” … und man hoert ja auch nicht auf zu rosten wenn man im Regen steht, im Hinterkopf zu allem Ueberfluss auch noch die Angst, was einem als rostige Muehle alles so passieren kann, wenn man dann doch aus Versehen jemanden findet der einen haben will… oder was man diesem jemand ganz aus versehen antut… man weiss es ja nicht besser.

Und genau waehrend du das hier liest - wer auch immer du bist - genau in diesem Moment mache ich das was ich immer mache. Genau dieser Text bringt micht zum rosten, macht mich angreifbar, schwach und unattraktiv. Und trotz allem kann ich ihn nicht drin behalten. Sag mal, merk ich noch was? Anscheinend nicht - nicht mal heute.

Und nur nochmal, damit wirklich keine Fragen offen bleiben bei dieser einen Person, die sich angesprochen und angeklagt fuehlen koennte: “Du hast alles richtig gemacht. Ich komm nur nicht damit klar.” - und ich mag dich auf so unglaublich viele Arten, dass du es dir mit mir wohl kaum verscherzen kannst und moechte das auch nicht aufgeben - wenn auch nur als Freund.

Eine gute Nacht wuenscht

der Sternensucher.

Vergessen…

November 26th, 2008

Der Moment in und das Gesicht mit dem sie vor ihn trat, sollte sich tief in sein Gedaechtnis einbrennen - und es fuehlte sich auch in etwa so an als wuerde er das gerade tun. Irgendwo zwischen Schmerz und Kummer war er gerade dabei den Verstand zu verlieren. Hatte sie das wirklich gerade gesagt? Na sicher hatte sie, nur warum? Wer haette noch gestern gedacht, dass soetwas ueberhaupt moeglich sei - sie kannten sich schliesslich nicht erst seit gestern und er kannte ihre Mimik vermutlich so gut wie sie seine - zumindest glaubte er das. Nicht zum ersten mal wuerde es Streit geben und nicht zum ersten mal haette er lieber in einem Loch im Boden gehockt als mit dieser Situation konfrontiert zu sein. “Wir muessen reden” hatte sie gesagt. Und nach allem was er wusste sollte nun, keine 2 Sekunden nachdem sie den Satz vollendet habe der beruehmte Folgesatz kommen: “Es ist aus.”. “Nein Nein Nein”, dachte er sich und fummelte in Gedanken an dem Pflock der in seinem Herzen steckte. Er konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen. Wenn jetzt auch noch die schoenen Momente der letzten Jahre an ihm vorueberzoegen… da waren sie schon. “Oh mein Gott”, dachte er weiter, “Es ist vorbei”.

Aus ihren Augen sprach der Wahnsinn der Unmittelbarkeit und als er hineinsah hatte er Muehe, jenes Strahlen aus den Augenwinkeln zu erkennen, dass ihn damals dazu gebracht hatte, sich naeher mit ihr zu beschaeftigen. Hatte sie wirklich allen Eindruck, allen Ausdruck verloren oder war das nur wieder so ein Gefuehl? Es war nicht zu ertragen. In Zweifeln versunken schabte er all seinen Mut zusammen und fragte: “Worueber?”. In ihren Augen formte sich Wut, Verwunderung und purer Aerger. Ihr nachdenkliches Gesicht formte eine eindrucksvolle Emotionswand, die unerbittlich auf ihn zu schoss. Gleich wuerde sie ihm Vorhaltungen machen, warum er denn nicht wisse worum es geht, gleich wuerde sie ihm vorwerfen, ER sei unfaehig ein geregeltes Leben zu fuehren und nicht in der Lage Probleme zu erkennen. Ausserdem wuerde sie sagen er sei auf noch ungefaehr 200 weiteren Gebieten vollkommen unterbelichtet und ohnehin haette es ja anscheinend viel zu wenig Sinn ueberhaupt ein Gespraech mit ihm fuehren zu wollen - ueber etwas wichtiges. Genau so wuerde es kommen, jawohl!

“Du hast es vergessen?”, sprach ihr Mund, der rest von ihr bliebt vollkommen bewegungslos, nichtmal ein Blinzeln. Ihre Worte waren wie der Geruch aus dem Kuehlschrank, kalt und unangenehm. Sie drangen tief in seinen Kopf, an die Stellen an denen er Dinge vergrub, die er gerne vergessen wollte, aber es nicht schaffte. Er fuerchtete, es sei wieder so eine Frage, auf die er nur die falsche Antwort wuerde geben koennen. Ein “Ja” waere ein katastrophales Eingestaendnis seiner Schuld und seines Vergessens und wuerde nur bestaetigen, was er dachte was sie dachte. Ein “Nein” waere eine glatte Luege - auch wenn er ja nichteinmal wusste wovon die Rede war. Zumindest hatte sie nicht “Es ist aus” gesagt - schonmal ein grosser Stein, der von seinem Herz stuerzend ein lautes Poltern in seinem Inneren verursachte - so erstickend leise war es. Aber was nun? Sie starrte immernoch fragend, ja fast drohend auf seine Augen, abwechselnd auf das linke und das rechte - kontrollierend, so als wolle sie verhindern, dass eins von beiden vielleicht die Flucht aus dem Raum in Betracht zoege. “Ich habe nichtmal eine Vorstellung, worum es geht”, sagte er. Ohne dass sich ihre Mimik wirklich zu aendern schien, bildeten ihre Mundwinkel ein unterschwelliges, ja fast diabolisches Laecheln aus. Ihr ganzes Gesicht, ja ihr ganzer Koerper sprach “Klar!”, ja bruellte es geradewegs in sein Gesicht. Er gruebelte erneut, warf alle Gedanken durcheinander, brachte alle auf einen Haufen und begann sie nach und nach wieder zu sortieren. Er driftete ab und sie, sie hielt ihn im Auge - liess ihn zappeln. Ihr Geburtstag? Nein, der ist schon was her, noch kein ganzes Jahr, aber fast. Ein Termin mit irgendjemandem? Er konnte sich nicht an einen Termin erinnern - zumindest keinen, der so wichtig gewesen waere. Die Gedanken rasten durch seinen Kopf - und waehrend sein Gesicht nun eher verzweifelte und schwer gruebelnde Zuege annahm, zeigte ihres weiterhin keine Regung - bis auf das kontrollierende Patroullieren ihrer Augen auf seinem Gesicht.

“Du hast es echt vergessen, oder?”. Er stand da, einen Gedanken in beiden Haenden haltend, das Elend der Welt in den Augen und ein Gesicht, dass nichts deutlicher tat als schoneinmal im Vorhinein um Verzeihung zu bitten. Er hatte nichts gesagt, sich nicht getraut auch nur zu fragen worum es ging. Statt dessen stand er da, wuehlte in Gedanken und hoffte, sie wuerde zuerst aufgeben und den Raum verlassen. “Ich hab es mir gedacht”, schob sie nach und lockerte ihr strenges Gesicht ein wenig, “du hast es wirklich und ehrlich vergessen.”. “…. Anscheinend”, sagte er und seine Einsilbigkeit war ueberwaeltigend. Waehrend sein Mund diese Botschaft der Aufgabe von sich gab, war auf seinem Gesicht kein Zeichen der Resignation zu erkennen, nein eher ein verzweifeltes Fragen. Er sagte dennoch nichts und hoffte noch immer auf ein Zeichen von ihr. Ihr Ausdruck machte einen Wandel von Drohung zu Mitleid, sie seufzte und nahm ihn in den Arm. Er wusste nicht was er sagen sollte, entgleiste innerlich und obwohl sich seine Hoffnung auf selbststaendige Loesung des Problems fast noch besser erfuellt hatte als er zu hoffen jemals gewagt hatte, wagte er nicht, es als beendet hinzustellen. “Alles gute zum Geburtstag”, sagte sie und drueckte ihn nocheinmal an sich. Sie nahm ihn bei den Schultern, schaute ihm mit einem zufriedenen Gesicht in die noch immer vollkommen sprachlos verdutzt ins leere blickenden Augen: “Ich hab eine Kanne Tee dabei”, sprach sie.

Sie hatte offensichtlich mit Anna gesprochen…

Lahme Ente

October 28th, 2008

Codeweavers, die Macher von CrossOver Office und Co machen heute eine kostenlose GiveAway-Aktion fuer ihre Pro-Produkte. Wer heute noch eine Seriennummer unter DIESER URL bestellt, kann diese bis in 48h freischalten. Leider ist der Aktivierungsserver aufgrund der Ueberlastung immer wieder geschlossen.

Die Hintergruende zu der Aktion gibts ebenfalls auf der Website - Sehr interessant uebrigens.

Gruss vom Sternensucher

UPDATE: Die Bestellfrist fuer neue Lizenzen ist abgelaufen, die Aktivierung wurde aufgrund des hohen Andranges bis zum 30.11. verlaengert.

Meet the circus

October 21st, 2008

Radiovision…. was mag das heissen? Egal. Die kuerzlich erschienene EP von Younnat wird vom Kahvicollective nicht umsonst mit den sinngemaess uebersetzten Worten angekuendigt, dass sie angenehm aus dem Rahmen faellt. Der vom Kollektiv angegebene Stil “Elektro Funk” stoesst bei mir zunaechst auf Unverstaendnis, ist jedoch nach kurzem Reinhoeren … zumindest erklaerlich. Einen einzelnen Begriff fuer das was der Kahvi-Audio-Debutant mit der EP abliefert gibt es ohnehin vermutlich nicht.

Durch einen gekonnten Mix verschiedener Rhythmen und einem recht aussergewoehnlichen Instrumenten-Lineup - ja selbst die gewaehlten Synthesizer ueberraschen - rechtfertigt er auf jeden Fall den Begriff Funk, ja, orgelt sich geradewegs ins Ohr. Es existiert keine grundlegende allgemeine Stimmung mit der man diese EP beschreiben koennte, es kommt einfach zu viel zusammen. Von verspielten FM-laeufen, E-Gitarren, einem Funky Organ, Voice Samples, die bisweilen eine fast nervend eingaengige Rhythmusebene malen, dezente Bassbegleitung… Melodisch geht Younnat keinen Mittelweg. Ruecksichtslos schmeisst er die Akkordlehre der modernen Popmusik ueber den Haufen, mischt in das was stehenbleibt Einfluesse aus IDM und Acid, holt die Spraydose heraus und kreiert eine riesenhafte Clowns-Frazte. Was stellenweise klingt, wie ein Experimentalprojekt betrunkener 4-jaehiger gibt auf jeden Fall so viel, dass die angesetzten 6 tracks von je etwa 4 Minuten viel zu kurz erscheinen und hat mit kleinkinderhaftem herumgeklimper mal s gar nichts gemeinsam. Wenn das Elektro-Funk ist, will ich zumindest mehr davon, moeglichst schnell.

WARNUNG: Diese EP begeistert. Runterladen. Hoeren.  Bekloppt werden.

Album Art

  • Release page: HERE
  • Availability: Free of charge
  • Medium: MP3(ZIP) 1,2 - OGG(ZIP) 1,2
  • Playtime: (total: 26:48) 6:28, 3:00, 5:00, 4:06, 4:12, 4:02

Danke Younnat, das hat gut getan.

P.S.: wem das gefaellt, der schaue sich noch die 4 Videos Wheel experience, Sockets Sampler, Dot Matrix Printer Etude und Desktop Keyboard an. Der Mensch ist schon irgendwie … recht verspielt :).